Hennigsdorf: Die Adrenomed AG gab heute bekannt, dass Post-hoc-Analysedaten ihrer AdrenOSS-2 Studie auf dem Jahreskongress der DIVI (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv-und Notfallmedizin), 2. bis 4. Dezember 2020, präsentiert wurden.

Die Biomarker-gesteuerte klinische Phase-II-Studie untersuchte Adrecizumab (HAM8101) in 301 Patienten mit septischemSchock und Barrierefunktionsstörung der Blutgefäße.

“Sepsis ist ein multifaktorielles klinisches Syndrom mit einem hochdynamischen Krankheitsverlauf und weist daher sehr unterschiedliche Voraussetzungen für das Ansprechen einer Behandlung auf,“

erklärte Prof. Dr. Tobias Schürholz, Leiter der perioperativen Intensivtherapie am Universitätsklinikum Rostock.

„In der Analyse wurden Patienten mit septischem Schock anhand von Biomarkern und Behandlungscharakteristika nach ihrer individuellen Krankheitsdynamik unterteilt und die Patienten ermittelt, die am meisten von einer Behandlung mit Adrecizumab profitierten”

In der Biomarker-basierten Post-hoc-Analyse führte insbesondere eine frühe Behandlung mit Adrecizumab nach Aufnahme auf die Intensivstation zu einer signifikanten und schnellen Verbesserung der durchschnittlichen Flüssigkeitsbilanz. Die Flüssigkeitsbilanz ist ein Surrogat-Endpunkt für eine erhöhte Gefäßdurchlässigkeitund unkontrollierten Flüssigkeitsaustritt aus den Gefäßen(= vascular leakage). Innerhalb von 24 Stunden führte Adrecizumab zu einer signifikanten und nachhaltigen Verbesserung der systemischen Organfunktion (SOFA Score). Die relative Mortalität verringerte sich dadurch signifikant um mehr als 50 % am Tag 28. Dieser Behandlungseffekt hielt über 90 Tage an.

„Diese Ergebnisse sind ein deutlicher Hinweisfür den Wirkmechanismus von Adrecizumab: Indem es die endotheliale Barrierefunktion wiederherstellt und aufrechterhält, wird ein unkontrollierter Flüssigkeitsaustritt aus den Gefäßen verhindert, was die Organfunktion unterstützt und die Überlebenschancen verbessert. Adrenomed hat von Anfang an sehr zielgerichtet die endotheliale Barrierestörung–einen entscheidenden Pathomechanismus bei Sepsis und septischem Schock–behandelt. Sepsis ist ein sehr komplexes Syndrom mit einem hohen therapeutischen Bedarf, für das dringend ein medizinisches Präzisionskonzept benötigt wird. Wir freuen uns, mit Adrecizumab eine personalisierte Behandlung in dieser Indikation weiterzuentwickeln,“

sagte Dr. Andreas Bergmann, Chief Scientific Officer und Mitbegründer von Adrenomed.

In den Topline-Daten der AdrenOSS-2-Studie konnte bereits gezeigt werden, dass Adrecizumab ein positives Sicherheitsprofil aufweist, zu einer signifikanten sowie schnellen Verbesserung der Organfunktion und zu einerbedeutenden Verringerung der Kurzzeit-sterblichkeit führt. Für diePost-hoc-Analyse wurden die Ergebnisse der AdrenOSS-2-Studie weitergehend analysiert und anhand von Behandlungscharakteristika und Biomarker-Stratifizierung untersucht. Um die individuelle Pathophysiologie der Studienteilnehmer zu charakterisieren, wurde bioaktives Adrenomedullin (bio-ADM®) als Biomarker für eine endotheliale Barrierefunktionsstörung und Dipeptidylpeptidase3 (DPP3) als Biomarker für myokardiale Depression verwendet. Adrecizumab setzt gezielt anbio-ADM an, um die Barrierefunktion der Blutgefäße wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten und adressiert nicht den Prozess, an dem DPP3 und myokardiale Depression beteiligt sind.

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